Warum existiert San Marino noch?

San Marino
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Warum existiert San Marino noch?

Beitrag von DiscoverRome » Sonntag, 20.02.2005, 18:18

Ja, warum denn? Wie kann sich solch ein Staat über die Jahrhunderte erhalten?

Als ich vor kurzem durchgefahren bin, habe ich folgende These aufgestellt: San Marino existiert noch, weil sich keiner für diesen Felsen mit seinen paar Einwohnern interessiert hat. Deswegen hat keiner einen Eroberungsfeldzug gestartet - San Marino war einfach zu uninteressant.

Wäre für sinnvollere Erklärungen dankbar!

Torsten

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Beitrag von smart » Sonntag, 20.02.2005, 19:10

Hm, so eine richtige Erklärung habe ich da auch nicht. Habe jedoch dies hier gefunden:

La leggenda ci tramanda che Marino, esperto lavoratore della pietra, venuto dalla natia isola di Arbe in Dalmazia, sali' sul Monte Titano ed ivi fondo' una piccola comunita' di cristiani perseguitati per la loro fede al tempo dall'imperatore Diocleziano. E' certo che la zona fu abitata fin dai tempi preistorici, ma e' solo dall'eta' medioevale che abbiamo notizie certe sulla esistenza di un Cenobio, di una Pieve, di un Castello, di elementi che confermano che sulla vetta del Monte Titano esisteva una Comunita' organizzata. Nel corso degli anni la piccola Comunita' del Monte Titano, memore della figura leggendaria del tagliapietre Marino, si chiamo' "Terra dei San Marino" poi "Comune di San Marino" e infine "Repubblica di San Marino".
Queste le origini del corpo sociale che poi affido' il proprio autogoverno ad un'assemblea di capi-famiglia cui venne dato il nome di Arengo; a questa assemblea si deve la definizione dei primi statuti e leggi ispirate a principi democratici. Nel 1243 si nominarono i primi due Capitani Reggenti. Piu' volte l'autonomia di San Marino fu' messa in pericolo nel corso dei secoli e piu' volte i sammarinesi riuscirono a mantenere la loro liberta'. Napoleone nel 1797 offri' addirittura l'estensione del territorio doni ed amicizia a San Marino ma i sammarinesi cortesemente rifiutarono l'ampliamento. Nel 1861 Lincoln scrisse ai Capitani Reggenti per manifestare l'apprezzamento per San Marino e la sua storia; la Repubblica di San Marino vanta una tradizione di ospitalita' eccezionale in tutti i tempi, in questa terra della liberta' non fu' mai negato il diritto di asilo e l'aiuto ai perseguitati qualunque fossero le loro condizioni e le loro idee, fra tutti ricordiamo Giuseppe Garibaldi nel 1849 che fuggiva dall'accerchiamento degli eserciti nemici e trovo' rifugio proprio sul Monte Titano.

Durante l'ultimo conflitto Mondiale San Marino ospito' oltre 100.000 rifugiati.

Oggi la Repubblica di San Marino indipendente, democratica e neutrale continua a vivere fedele alle antiche tradizioni e sempre piu' sensibile alle istanze di liberta'.
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Beitrag von smart » Sonntag, 20.02.2005, 19:27

Habe eine Erklärung gefunden:
Das Fürstengeschlecht Malatesta
(schöner Name) aus Rimini und die römische Kurie versuchten mehrmals den Zwergstaat einzunehmen, was jedoch nur kurzfristig gelang.

Die kleine Agrarrepublik war einerseits zu arm, um für grössere Mächte ein lohnendes Eroberungsobjekt abzugeben, und andererseits zu schwach, um jemals selbst andere Territorien gefährden zu können.

Deshalb blieb alles so, wie es noch heute ist.


Seinen Namen führt San Marino auf Marinus zurück, einen ursprünglich von der dalmatinischen Insel Rab stammenden Steinmetzen, der unter dem römischen Kaiser Diokletian seines christlichen Glaubens wegen verfolgt wurde. Er flüchtete aus Rimini, wo er gearbeitet hatte, und liess sich auf dem Monte Titano nieder. Hier, in unzugänglicher Schutzlage, gründete er am 3. September des Jahres 301 eine Zufluchtstätte für verfolgte Christen und kam alsbald in den Ruf der Heiligkeit. So will es zumindest die Legende.

Nach unserem heutigen Wissen dürfte es zwar in der Tat einen Eremiten namens Marinus gegeben haben, der sich einst auf den Monte Titano zurückgezogen hatte. Ob ihm aber wirklich die Ehre zukommt, San Marino als Republik ins Leben gerufen zu haben, erscheint eher fraglich. Diese gebührt wohl eher San Marinos Kloster, das am 20. Februar 885 im römischen «Placitum feretranum» erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Gewiss ist, dass die heutigen staatlichen Institutionen San Marinos im 12. Jahrhundert entstanden sind und dass die erste Verfassung der kleinen Republik aus dem Jahre 1263 stammt. Somit zählt San Marino zu den ältesten unabhängigen Staaten der Erde, denn trotz der versuchten und zweimal sogar kurzfristig erfolgreichen Übergriffe seitens des Fürstengeschlechts Malatesta aus Rimini und der römischen Kurie hat es seine Eigenständigkeit bis in unsere Zeit hinüberzuretten vermocht. Dabei spielte sicher mit eine Rolle, dass die kleine Agrarrepublik einerseits zu arm war, um für grössere Mächte ein lohnendes Eroberungsobjekt abzugeben, und andererseits zu schwach, um jemals selbst andere Territorien gefährden zu können.

Halbjährlich wird die Macht im Lande neu verteilt
1862 schloss San Marino mit dem damals neugegründeten Königreich Italien einen Freundschaftsvertrag («Convenzione di Amicizia e Buon Vicinato»), der die Unabhängigkeit San Marinos garantiert, ferner die Zoll- und Währungsunion mit Italien regelt und den Einsatz italienischer Polizisten und Richter auf sanmarinesischem Boden festlegt. Dieser Vertrag, der San Marino gewissermassen zum italienischen Protektorat macht, wurde 1939 und 1971 erneuert. An den Grenzen San Marinos finden sich deshalb bis zum heutigen Tag weder Zöllner noch Schranken. Und es gibt keinerlei Daten über den Im- und Export und somit das Bruttosozialprodukt der Republik, da diese in den italienischen Zahlen enthalten sind.

Legislatives Staatsorgan ist in San Marino der «Consiglio Grande e Generale» («Grosser und Allgemeiner Rat»), ein Einkammerparlament, das sich aus sechzig Abgeordneten zusammensetzt. Diese werden alle fünf Jahre in allgemeinen Wahlen von den volljährigen Bürgern und Bürgerinnen des Landes in ihr Amt eingesetzt.

Die exekutive Gewalt liegt beim «Congresso di Stato» («Staatskongress»), einem Kollegialorgan aus sechs hauptberuflichen Staatssekretären, und den beiden «Capitani Reggenti» («Regierende Hauptmänner»). Diese beiden Staatsoberhäupter wählt der «Consiglio Grande e Generale» in halbjährlichem Turnus aus seinen Reihen. Sie sitzen den Versammlungen des Parlaments ebenso vor wie den Sitzungen des Kabinetts und sie vertreten das Land nach aussen. 1981 wurde dabei erstmals in der langen Geschichte San Marinos eine Frau gewählt. Am ersten April und am ersten Oktober eines jeden Jahres wird die «Macht» im Lande neu verteilt, und natürlich ist dann ganz San Marino auf den Beinen. Es herrscht Volksfeststimmung, und es finden allerlei Anlässe und Umzüge in alten Trachten statt.
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Re: Warum existiert San Marino noch?

Beitrag von snuggel » Sonntag, 01.05.2011, 13:35

echt interessant :flag:

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Re: Warum existiert San Marino noch?

Beitrag von papili » Dienstag, 10.05.2011, 00:27

Kommt mir so bekannt vor. Haben wir nicht ähnliche Verhältnisse in dem Fürstentum Seborga (Ligurien)?

Papili
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Re: Warum existiert San Marino noch?

Beitrag von lanonna » Dienstag, 10.05.2011, 12:42

Schaut noch mal bei Seborga nach! http://forum.tiamoitalia.de/viewtopic.php?f=16&t=520

Ähnlichkeiten und Unterschiede - es ist spannend!

Lanonna :flag: :flag:
Freunde wirst du viele lieben, wie es Muscheln gibt am Meer,
doch die Schalen, die dort liegen, sind gewöhnlich alle leer.
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