Teure Onorevoli

Hintergründe, Vertiefungen, Streitgespräche. Gern auch über die italienische Politik!
j.l.
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Re: Teure Onorevoli

Beitrag von j.l. » Mittwoch, 27.07.2011, 04:49

@todd
Wart's ab, bis die deutsche Wirtschaft merkt, dass sie - ähnlich der Schweiz- ihren Schund auch nicht an zahlungschwache Kunden verscherbeln kann.
Wenn du die Produkte deutscher und Schweizer Multis meintest (zb. Porsche-VW, Mercedes, Bmw, Siemens usw.,bzw. Nestlè, la Roche, Lindt usw, Ricola) und sagtest du bist attack Anhaenger, dan koennte ich deine Gedankengaenge noch nachvollziehen.
Nachdem du dich aber immer wieder als bip-Fetischist outest, musstest du doch Stolz sein auf die internazional erfolgreichen Marken, die bei reichen Russen, Chinesen und Indern hoechst erfolgreich sind. Deutschland und die Schweiz haben sich doch auf Qualitaet und das Luxussegment festgelegt, nicht auf einzelne Nazionalstaaten, das was schlaue italienische Politikerkreise und -greise schon seit Jahrzehnten predigen. Gleichzeitig erlauben sie allerdings eine Invasion von neuen Sklavenarbeitern, die um 150€ pro Monat ihr Auskommen fristen muessen um billige Konsumgueter herstellen zu koennen.

Todd

Re: Teure Onorevoli

Beitrag von Todd » Mittwoch, 27.07.2011, 17:12

Ruhig Blut.

Erst einmal noch einmal die Links, oben von der guten Forumssoftware gekürzt:
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_co ... _(nominal)

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_co ... per_capita

(P.S. geht nicht. Nervt tierisch; auch die Sch** Werbung überall in diesem Forum. Superlangsam und übervoll an unwichtigem Schund).


Intl. $ ist ein weiterer Mechanismus der Kaufkraftbereinigung, jedenfalls im Versuch.



j.l. hat geschrieben:@ todd
Ich wohn' keine 5 km von der Grenze entfernt, und der halbe Kanton besteht aus Italienern.
Du wohnst ja offensichtlich im goldenen Dreieck: Lombardei, Lichtenstein, Tessin. Sind deine Italiener jetzt Gastarbeiter aus Sueditalien, tessiner Hauptwohnsitzinhaber lombardischer oder restitalienischer Herkunft und damit irgendwie Steuerfluechtlinge oder vielleicht nur Schweizer italienischer Muttersprache. Klaer uns doch bitte auf!
...
Alles das (ausser, dass es schon lang keine Gastarbeiter aus Süditalien mehr hat, das sind jetzt in der Masse alle Schweizer - grosser Unterschied zu D im Uebrigen), + Pendler und Kontakte über die Grenze, die eigentlich nicht sehr interessiert.

j.l. hat geschrieben:Du hast recht, italien ist ja nicht weit von Deutschland entfernt und liegt ja so gesehen nicht weit vor Griechenland. Also liegt Griechenland ja nicht weit von Deutschland entfernt.
...
Du sagst es.


In Sachen Produktivität sind die Unterschiede marginal, im Ggsatz zu dem, was uns deutsche Arroganz Tag fgür Tag vosschwafelt.

Wobei die Zahlen allerdings nur vor 2011 sind.

j.l. hat geschrieben: Ich sehe es jedenfalls so: Wuerde der Euro jetzt zerfallen, dann muesste die neue DM wohl mindestens um 20% aufwerten, die neue Lira um mindestens 20% abwerten, der Unterschied in der Kaufkraft der Laender waere wieder ausgeglichen. Dem entspraechen auch die ca 40% Unterschiede in den Nettoloehnen der beiden Laender bei ungefaehr gleichen Lebenshaltungskosten.

Glaub' ich nicht. In iherer Endphase war die DM schwach gegenüber der Lira, was ersterer nicht geschadet hat.



Und D wäre ohne den Euro übermorgen am Ende, so wie die CH jetzt massiv Schwierigkeiten hat.







LG

j.l.
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Re: Teure Onorevoli

Beitrag von j.l. » Mittwoch, 27.07.2011, 21:00

@todd
Und D wäre ohne den Euro übermorgen am Ende, so wie die CH jetzt massiv Schwierigkeiten hat.
Deutschland profitiert natuerlich vom relati niedrigem Euro, Laender wie Italien und Griechenland leiden unter dem relativ hohen Euro.
j.l. ha scritto:Du hast recht, italien ist ja nicht weit von Deutschland entfernt und liegt ja so gesehen nicht weit vor Griechenland. Also liegt Griechenland ja nicht weit von Deutschland entfernt.
...
Du sagst es.
Ich glaube, nein ich weis es, du verarscht uns. Du kannst doch nicht ernsthaft die Lebensverhaeltnisse und den Reichtum Deutschlands mit dem Griechenlands vergleichen, du schwafelst.
@selbst
Schweiz 41.663 international dollars (was zum teufel das auch immer sein mag)
Austria 39.634
Germany 36.033 (20 mio Ostdeutsche compreso)
italy 29.392
greece 28.432
20% Unterschied sind doch ganz schoen, auch wenn es fuer unseren "Karl May" Todd nichts ist.

j.l.
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Re: Teure Onorevoli

Beitrag von j.l. » Mittwoch, 27.07.2011, 21:02

@todd
Geh ich recht in der Annahme, dass du etwas persoenliches gegen Deutschland und die Deutschen hast?

Todd

Re: Teure Onorevoli

Beitrag von Todd » Mittwoch, 27.07.2011, 22:35

j.l. hat geschrieben:@todd
Geh ich recht in der Annahme, dass du etwas persoenliches gegen Deutschland und die Deutschen hast?
Nein, der Eindruck täuscht.

Was aber stimmt, ist, dass ich wütend bin über Merkel, über Westerwelle, über Sarrazin und den ganzen Trash. Und über deutsche Arroganz, welche die Früchte deutscher, europäischer und internationaler Arbeit aus 60 Jahren gerade kaputtmacht.

j.l. hat geschrieben:@todd
Und D wäre ohne den Euro übermorgen am Ende, so wie die CH jetzt massiv Schwierigkeiten hat.
Deutschland profitiert natuerlich vom relati niedrigem Euro, Laender wie Italien und Griechenland leiden unter dem relativ hohen Euro.
Für GR ist er i.M. ein Problem, bis vor nicht allzu langer Zeit war er es nicht. Für Italien nicht wirklich, und für D in dem Fall, dass es weiterhin Abnehmer für Produkte hat, auch nicht.

Das kann sich aber morgen ändern. Wenn D zur DM zurückkehrt oder GR aus dem Euro fliegt, kann D einpacken.


j.l. hat geschrieben: ...
j.l. ha scritto:Du hast recht, italien ist ja nicht weit von Deutschland entfernt und liegt ja so gesehen nicht weit vor Griechenland. Also liegt Griechenland ja nicht weit von Deutschland entfernt.
...
Du sagst es.
Ich glaube, nein ich weis es, du verarscht uns. Du kannst doch nicht ernsthaft die Lebensverhaeltnisse und den Reichtum Deutschlands mit dem Griechenlands vergleichen, du schwafelst.
...
Erst einmal stimmt es m.E., dass der Lebensstandard GR/D so verschieden nicht ist.

Worum es mir geht, ist, dass auch best. makroökonomische Grössen beider Länder durchaus auf einem Niveau sind (andere allerdings nicht; fragt sich, welche entscheidend sind), und man eben nicht über Länder wie den Tschad oder Paraguay spricht.


j.l. hat geschrieben: ...
@selbst
Schweiz 41.663 international dollars (was zum teufel das auch immer sein mag)
Austria 39.634
Germany 36.033 (20 mio Ostdeutsche compreso)
italy 29.392
greece 28.432
20% Unterschied sind doch ganz schoen, auch wenn es fuer unseren "Karl May" Todd nichts ist.
Ja, aber abgesehen davon, dass Du nur einen mehrerer Datensätze herauspickst (und bez. des Satzes Italien der Mezzogiorno compreso ist), sind die Märkte und ihre Psychologie das Thema, und da fährt Merkel mit an der obersten Spitze, nicht so sehr die Daten.





LG

j.l.
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Re: Teure Onorevoli

Beitrag von j.l. » Donnerstag, 28.07.2011, 14:04

@todd
Nein, der Eindruck täuscht.
Was aber stimmt, ist, dass ich wütend bin über Merkel, über Westerwelle, über Sarrazin und den ganzen Trash. Und über deutsche Arroganz, welche die Früchte deutscher, europäischer und internationaler Arbeit aus 60 Jahren gerade kaputtmacht.
Das kann sich aber morgen ändern. Wenn D zur DM zurückkehrt oder GR aus dem Euro fliegt, kann D einpacken.
Du hast also nichts gegen D, sondern nur etwas gegen die Regierung, die D zerstoert, und hast nichts gegen die Italienischen Politiker und ihre hohen Gehaelter.
Ja, aber abgesehen davon, dass Du nur einen mehrerer Datensätze herauspickst (und bez. des Satzes Italien der Mezzogiorno compreso ist), sind die Märkte und ihre Psychologie das Thema, und da fährt Merkel mit an der obersten Spitze, nicht so sehr die Daten.
Die Datensaetze sind ja von dir vorgeschlagen, das italienische Volk ist deprimiert und "indignato" (Wirtschaft ist Psychologie) auf allen Ebenen, ist da vielleicht auch noch die Merkel schuld?
Worum es mir geht, ist, dass auch best. makroökonomische Grössen beider Länder durchaus auf einem Niveau sind (andere allerdings nicht; fragt sich, welche entscheidend sind), und man eben nicht über Länder wie den Tschad oder Paraguay spricht.
Ich glaube, es waere jetzt an der Zeit uns normal Sterblichen ueber diese makrooekonomischen Groessen aufzuklaeren, die den Lebenstandart Griechenlands, Italien und Deutschland "auf einem Niveau" sein lassen.

Todd

Re: Teure Onorevoli

Beitrag von Todd » Donnerstag, 28.07.2011, 16:54

j.l. hat geschrieben:@smart
Was mich hier am wenigsten gestoert hat, ist die Werbung oder irgendwelche Funktionen, die anderswo besser sind. Was mich allerdings am meisten stoert, sind andauernde Beschwerden von Leuten, die einen das Schreiben untersagen wollen und dann womoeglich noch Voltaire zitieren.
Ja, das kommt dann noch hinzu.

j.l. hat geschrieben:@todd
Nein, der Eindruck täuscht.
Was aber stimmt, ist, dass ich wütend bin über Merkel, über Westerwelle, über Sarrazin und den ganzen Trash. Und über deutsche Arroganz, welche die Früchte deutscher, europäischer und internationaler Arbeit aus 60 Jahren gerade kaputtmacht.
Das kann sich aber morgen ändern. Wenn D zur DM zurückkehrt oder GR aus dem Euro fliegt, kann D einpacken.
Du hast also nichts gegen D, sondern nur etwas gegen die Regierung, die D zerstoert, und hast nichts gegen die Italienischen Politiker und ihre hohen Gehaelter.
...
Mir sind die Gehälter anderer Leute wurscht.

Oekonomisch fallen Diäten nicht ins Gewicht,

und von mir aus soll man Politiker und Bürokraten gut bezahlen.


Dass ital. Politiker bessere Policies fahren als derzeit die dt. Regierung, halte ich für common knowledge.

j.l. hat geschrieben: Die Datensaetze sind ja von dir vorgeschlagen, das italienische Volk ist deprimiert und "indignato" (Wirtschaft ist Psychologie) auf allen Ebenen, ist da vielleicht auch noch die Merkel schuld?
...
Wutbürgertum hat's auch und gerade in D, das ist derzeit en vogue.


j.l. hat geschrieben: ...
Ich glaube, es waere jetzt an der Zeit uns normal Sterblichen ueber diese makrooekonomischen Groessen aufzuklaeren, die den Lebenstandart Griechenlands, Italien und Deutschland "auf einem Niveau" sein lassen.
BNP ist nicht alles (nur ohne ist alles nichts). Schuldenstand ist nicht so wichtig, aber - neben anderen Grössen wie Aussenhandelsdefizit, Arbeitslosigkeit, Sozialleistungsaufwand usw. - nicht völlig irrelevant.


Viel wichtiger - und da läuft der Hase - ist allerdings die Kooperation und Koordination innerhalb der europ. und internationaler Finanzorgs.


Da liegen v.a. Deutschlands Gaps.




LG

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