Katastrophen-Poesie

In unserer Hauptrubrik tauschen wir uns über all das aus, was uns momentan bewegt. :flag:
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lanonna
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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von lanonna » Dienstag, 15.03.2011, 22:59

Ich weiß, das ist alles immer ein zweischneidiges Schwert. Aber irgendwo muss ein Anfang gemacht werden, sei es bei den AKWs oder sei es bei der Sonnenenergie.

Neretino, ich glaube nicht, dass die sparsamen Österreicher oder die Süditaliener sich auf die Fotovitaik einlassen würden, wenn sie doppelt bezahlen müssen. Hast du die Giardini del Sole in Apulien gesehen? Ungenutzte Steinfelder werden dafür genutzt, und in Österreich habe ich auf unserer Rückreise so viele Dächer von Häusern und Schuppen und Katen gesehen, dass ich nur noch staunen konnte.

Im Übrigen, Neretino, ich liebe die Ruhe unter Olivenbäumen, aber ich bin auch politisch sehr interessiert und würde manches Mal gern meine Meinung sagen, wenn 1. ich es dürfte und 2. ich das Gefühl hätte, dass auch meine Meinung respektiert wird.

Zynik und Aggressivität lehne ich ab.

Ulriko, über deine Antwort muss ich nachdenken. Ich fand das ganze Szenario schon immer sehr erschreckend - jetzt um so mehr.

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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von Neretino » Mittwoch, 16.03.2011, 16:08

Solarparks finde ich ganz schön. Und sehr, sehr gut. Gute Schritte um in der Energiefrage weiter zu kommen.

Was ich aber im privaten nicht verstehe: (zumindest funktioniert so in Deutschland bzw. bei meinem regionalen Anbieter EnBW):

- Ich gebe ein Haufen Geld aus für die Dinger auf dem Dachen.
- Nun verkaufe ich es spottbillig an meinem Anbieter
- Ich wiederraum kaufe ganz normal Strom von meinem Anbieter und bekomme dann überwiegend AKW-Strom.

Dann kann ich es ja gleich lassen und so oder so AKW-Strom beziehen. Gegen Solaranlagen auf verlassenen Flächen habe ich nichts dagegen, gaaanz im Gegenteil.

Ich verstehe nicht, wieso du deine Meinung, lanonna, nicht sagen darfst, ebenso eine politische ?! Wer oder Was hindert dich denn daran?

Fundamentale Meinungen mit Argumenten untermauert wurden von mir jedenfalls immer respektiert. Ob das nun aus einem Faschisten oder einem Kommunisten kommt, solange er dann mit einer Meinung klar kommt...

Zynismus ist eine wunderbare Sache, es macht das Leben so einfach. Und jede noch so Tragik hat immer eine Ironie.

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lanonna
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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von lanonna » Mittwoch, 16.03.2011, 16:37

Du weißt, dass ich in meiner Meinung oft genug beschnitten und nur zu gern falsch verstanden wurde. Aber darüber möchte ich nicht mehr diskutieren.

Was die Fotovoltaik angeht, so sieht das ein bisschen anders aus. Durch den guten Verkauf des Stroms und der europäischen Förderung (bei uns über unseren Staat)trägt sich die Anschaffung selbst. Es bleibt sogar etwas übrig. meinen normalen Strom müsste ich eh bezahlen - egal, woher er kommt. Ich kann nur hoffen, dass ich immer weniger Atomstrom bekomme.

Nach einer bestimmten Laufzeit verdiene ich so viel, dass ich meinen Strom kostenlos habe.

Das ist jetzt vereinfacht dargestellt. Du weißt, dass ich mit diesen technisch-rechnerischen Dingen nichts am Hut habe und das lieber dem kluigen Kopf von Papili überlasse.

Im Übrigen ist die Anschaffung in Italien um einiges teurer, weil die Teile aus Deutschland eingeführt werden.

Sollte ich zu unklar sein, entschuldige bitte. Du weißt ja....

Ich freue mich über jeden Sonnenstrahl, bei dem unser Dach arbeitet!

Herzlichst

Lanonna :flag: :flag:
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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von Neretino » Freitag, 18.03.2011, 19:25

Ab Montag soll laut meteo der Wind Richtung Tokio umlenken. 34 Millionen Menschen mittendrin.

Was wird dann passieren?

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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von lanonna » Samstag, 19.03.2011, 14:38

Alle Welt tröstet sich damit, dass das S..zeug dann schon verdünnt und angeblich weniger schädlich sein.

Aber wer's glaubt, wird selig...

Es ist ein sehr beängstigendes und äußerst bedenkliches Szenario.

Lanonna :flag: :flag:
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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von Zikade » Samstag, 19.03.2011, 16:16

Auguri Italia? Eher das Gegenteil. Armes Italien
wer es noch nicht weiß, kann es überall nachlesen: Italien setzt auf Nuklearkraftwerke. Mehr als 20 sollen überall in in den Regionen gebaut werden, auch dort, wo die Erde öfter mal bebt (16.8.2010, 6,2 auf der Richterskala mit Zentrum 20 km tief vor der Küste im Westen zw. Trapani und Agrigent). Und die Umweltministerin in Rom - eine schöne Frau, blond, aber ohne Grips im Hirn, will nichts wissen von der Tragödie in Japan, die in den Berlusconi-Medien übrigens völlig entstellt dargestellt wird (im ital Fernsehen gibts nur Schenkel, Busen, viel Haut und blonde blöde Frauen zu sehen und dann noch den unsäglichen menschenverachtenden Sgarbi.) "Wir dürfen uns nicht emotionalisieren lassen, weil wir doch alles besser machen." In Japan sei doch nichts passiert, hat der ENEL-Propgandist und Vorsitzender vom Forum Nuklear Chicco Testa gesagtd dabei noch frech gelacht. Er ist der größte Treiber in Sachen Kernkraft - ENEL hat schon 2007 in Frankfurt im Hof von RA Castelli & Dolce lauthals betont: Kernkraft ist unsere Zukunft. Dazu wird russische Tschernobyl-Technik (von Berlusconis Freund Putin, der andere Freund, dem er die Hände geküßt hat, ist ja jetzt aus- und in Ungnade gefallen) eingekauft und auch Frankreich steuert seine Erfahrungen dazu bei. Dass Italien die besten Werte Europas in der Photovoltaik vorzeigen kann und damit eine unerschöpfliche Ressource besitzt, allein 9 Prozent der Fläche Siziliens würden ausreichen, um ganz Europa mit Srom zu versorgen, das wird sträflich missachtet. Und sogar behördlich blockiert. Anstatt 180 Tage für die Genehmigung benötigt die Regierung von Palermo 385 Tage und meistens noch 300 Tage mehr. 400 Klagen auf Verschleppung sind anhängig. Die Regierung ficht das nicht an: Die Entschädigungen zahlt doch sowieso der Steuerzahler. Im Sommer so wird prophezeit, hätte man 8 Gigawatt erreicht und hat mit Ende Mai alle Subventionen dafür gestrichen. Die junge Industrie, die Banken, die Unternhemer, die Projektierer und die Ingenieure stehen jetzt blöd da. Der Hintergrund: Photovoltaik bedeutet die Energie zu demokratisieren, Nukleartechnik dagegen ist, die Energie bleibt in einer (der alten) Hand = Enel. Es geht ums Geld, die Mafia und die alten Seilschaften, die Italien besonders stark ausgeprägt sind. Meine Erfahrung mit inzwischen 5 Jahre währender unternehmerischer Arbeit in Sizilien ist: Außer Abzocken in exorbitanter Weise und Pizzu legale wird nichts, aber auch gar nichts 100prozentig gemacht, eher nur 60prozentig. Wer glaubt, dass die Italienischen Ingenieure ausgerechnet die Kernkraft 100prozentig machen, der träumt. Und ein Land, das mit seinem banalen Müllproblem nicht fertig wird, was macht dieses Land mit dem atomaren Abfall? Im Meer versenken, wie vor Kalabriens Küste passiert. Die Umweltministerin sagt auch hier: nichts sei passiert. Übrigens: Als das Referendum in Italien gegen die Kernkraft ausgesprochen wurde, sind alle Kernkraftingenieure sozusagen arbeitslos geworden. Viele haben Arbeit gefunden: Im Iran. Armes Italien

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Re: Katastrophen-Poesie

Beitrag von GIULI » Mittwoch, 23.03.2011, 21:02

Italien setzt nun den Wiedereinstieg in die Atomkraft für ein Jahr aus.

Können wir noch ein Jahr ruhiger schlafen in Kärnten. Die Standorte wären nämlich sehr
nahe zu unserer Grenze gewesen und jeder weiß, wie erdbebengefährdet die Friaul ist.
Ich hab noch das Erdbeben von 1976 in den Knochen, wo wir nächtelang nicht schlafen
konnten, weil es immer und immer wieder stark bebte.

Schon das AKW in Slovenien ist für uns höchst gefährlich. Ist nur 80 km Luftlinie von
uns entfernt !
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