Tritt Berlusconi zurück?

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Neretino
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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von Neretino » Montag, 14.11.2011, 23:21

Schön hier um zu sehen, wer diskutieren kann und wer nicht.

Und ich meine - ausnahmsweise einmal...- NICHT j.l. :-)

Und Neretino geht wieder... Bye, bye

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joelline
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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von joelline » Montag, 14.11.2011, 23:31

Wenn Pensionisten nicht mehr arbeiten sollen d.h. ihre Fähigkeiten wie Bücher präsentieren,
Abende gestalten, Lesungen veranlassen, Leihoma spielen etc., dann kann ich morgen im Bett bleiben, denn dann ist das Rentnerdasein stinke langweilig. Aber ich werde dann einen jungen arbeitslosen Menschen dafür einsetzen - wenn er nun will oder kann

j.l.
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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von j.l. » Dienstag, 15.11.2011, 03:00

@Ulriko
Beispiele für Widerstand in Form zivilen Ungehorsams gibt es viele, auch in Deutschland,
allerdings hatte der organisierte Widerstand in Form der Resistanza in It. (oder der Resistance in Frankreich) keinen zivilen Charakter, sondern unterlag einer streng militärischen Organisation, und das ist eine Organisationsform des Widerstands, die es in D spätestens nach dem Stauffenberg-Attentat nicht mehr gab.
Dass es so war, ist historisch gesehen wohl unbestritten. Aber was bedeutet das denn fuer dich? Die italienische Mentalitaet laesst nur "organisierten Widerstand " zu, die deutsche laesst keine "Organisationsform des Widerstands" zu???
Soviel ich weiss, hat es in Italien zumindest seit dem Mittelalter keine Revolution gegeben, in Deutschland dagegen schon. Ich bin naemlich ueberzeugt davon, dass das deutsche Volk sich ein trauriges Schauspiel berlusconischer Art niemals haette bieten lassen, wie es das italienische getan hat. Da es scheint, dass du historisch bewandert bist, kannst du uns das erklaeren?
@joelline
Wenn Pensionisten nicht mehr arbeiten sollen d.h. ihre Fähigkeiten wie Bücher präsentieren,
Abende gestalten, Lesungen veranlassen, Leihoma spielen etc., dann kann ich morgen im Bett bleiben, denn dann ist das Rentnerdasein stinke langweilig. Aber ich werde dann einen jungen arbeitslosen Menschen dafür einsetzen - wenn er nun will oder kann
Ehrenamtliche und soziale Betaetigungen zu verbieten, waere doch dumm und ich wuerde es auch niemals wagen sie zu verurteilen. Sie sind natuerlich auch ein Ausgleich dafuer, dass die jetzigen Pensionisten ihre sichere und zum Teil ungerechtfertigte (zumindest in Italien) Pension geniessen koennen, fuer die noch nicht Pensionisten keineswegs selbstverstaendlich.

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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von Marea » Dienstag, 15.11.2011, 09:33

Neretino hat geschrieben:Und Neretino geht wieder... Bye, bye
http://www.youtube.com/watch?v=LR_fHRKjKq0
8)

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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von Yasi » Dienstag, 15.11.2011, 18:55

Bello Marea!!

Ma pensi che viene ancora :?: :zwinker: :zwinker:

Yasi

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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von Ondina » Dienstag, 15.11.2011, 21:28

Neretino o Silvio???
Cosa intendi dire, Yasi? :zwinker:
Vivere come se morissi il giorno dopo,
pensare come se non morissi mai!

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Re: Tritt Berlusconi zurück?

Beitrag von Ulriko » Dienstag, 15.11.2011, 22:42

@ j.I:

deine Fragen will ich gerne beantworten:
Dass es in Italien eine militärisch organisierte Resistanza gab
- im Gegensatz zu Deutschland - ist für mich zunächst einmal
eine bemerkenswerte Erkenntnis,
denn beide waren ja als faschistische Achse eng verbunden.

Dabei geht es mir weniger um die Organisationsform des Widerstands,
mehr um die Tatsache, dass er in Italien eine wichtige politische
Macht war - im Gegensatz zu Deutschland.
Daher auch mein Hinweis auf das Buch von Ian Kershaw "Das Ende",
in dem auch das Fehlen des deutschen Widerstands thematisiert wird.

Revolutionen:
Die Ausgangslage war in beiden Ländern sehr unterschiedlich:
1848 gab es in D eine quasi revolutionäre Einigungsbewegung,
ohne durchschlagenden Erfolg,
die Geschichte des Risorgimento ist weniger eine Befreiungs- , sondern eher eine nationale Vereinigungs- Bewegung.

die deutsche Revolution von 1918 war weniger eine Volksbewegung in Richtung auf Befreiung, sie war mehr eine zwangsläufige politische Folge der Katastrophe des verlorenen 1. Weltkriegs.

Die faschistischen "Revolutionen" in beiden Ländern haben gewisse Parallelen.

Die deutsche Revolution von 1989 ist ein singuläres Ereignis.

Womit wir bei deiner Frage wären, ob ein Berlusconi in D möglich gewesen wäre.

Dass es letztlich ein trauriges Schauspiel war, haben die vielen Millionen, die ihn als eine Art Heilsbringer gewählt haben, nicht vorhergesehen bzw. nicht vorhersehen wollen.

In D wäre sein Aufstieg zum Regierungschef aus zwei Gründen nicht möglich gewesen:

- als Medienmogul hätte in der deutschen Parteienlandschaft keine Chance gehabt, er hätte von den etablierten Parteien und von der freien Presse unüberwindlichen Gegenwind bekommen.

- Seine politischen Winkelzüge mit persönlich maßgeschneiderten Gesetzen wären am deutschen föderalistischen System (Bundesrat) kläglich gescheitert.

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