Monti rettet Skandal-Stahlwerk

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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von Marea » Donnerstag, 06.12.2012, 15:14

lanonna hat geschrieben:Tja, Marea, der Dialekt...

Es ist gut, dass du alle Dialekte kennst! Auch die, aus jeder Ecke von Taranto e la Provicia!
Ich kenne nicht alle Dialekte, deshalb informiere ich mich und frage nach. Dadurch kann ich Neues lernen. Ich habe nichts zu "Tarande" als dialektale Bezeichnung gefunden, daher hätte ich gerne von Dir gewusst, wo/wie/wer es sagt, sofern es den Ausdruck wirklich gibt. Du hast ausdrücklich von "Tarande mia" usw. usf. in Deinem Ausgangsposting geschrieben, also habe ich auch jedes Recht nachzufragen.
P.S. Ist das übrigens alles, was du zur Sache zu sagen hast????
Vielleicht magst Du mir ja erstmal auf meine einfache Frage antworten, bevor Du mich mit Deinen Fragen provozierst?
Zuletzt geändert von Marea am Donnerstag, 06.12.2012, 15:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von Ondina » Donnerstag, 06.12.2012, 15:16

Wir haben hier in Brandenburg auch ein Riva-Stahlwerk und ständig viele Italiener auch aus Taranto und Umgebung, die hier eine Zeit lang arbeiten.
Wenn man sie darauf anspricht, zucken sie mit den Schultern: hat doch jeder gewusst, wozu darüber reden und so schlimm ist es doch auch nicht, meinen einige.
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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von Marea » Donnerstag, 06.12.2012, 15:22

lanonna hat geschrieben:Jetzt fangt doch nicht schon wieder mit so einem Theater an! Das ist ja grauenvoll!
Hättest Du mir sachlich geantwortet, dann wäre es zu keinerlei "Theater" gekommen.
Erst kümmert sich kein Mensch um das eigentliche Thema, und dann nutzt ihr es, um schon wieder herumzuzicken.
Es ist eine bodenlose Frechheit, eine sachliche Frage zu etwas, was DU geschrieben hast, als "Zickerei" abzutun.
Für mich war mit meiner Antwort an Marea der nicht zum Thema gehörende und in meinen Augen besserwisserische Zwischenruf abgetan.
Was ist besserwissisch an einer Frage? Ich weiss etwas nicht und frage daher. Du weisst es und könntest mir antworten. Aber Du tust es nicht und haust nur drauf. Das finde ich sehr traurig.
Taranto hat es wahrlich nicht verdient, nun auch noch auf diese Weise missachtet zu werden.
Noch trauriger finde ich, dass ich nun angeblich "Taranto missachtet" habe, weil ich mich für den Dialekt der Stadt interessiere, aufgrund eines Satzes, den Du selbst im Ausgangsbeitrag geschrieben hast, Lanonna.

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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von lanonna » Donnerstag, 06.12.2012, 17:17

Ondina, das Problem dieser Arbeiter ist, dass sie eben auf ihre Abeit angewiesen sind.

Vor fast 50 Jahren, als ich zum ersten Mal nach Taranto kam, waren die Straßenbegrenzungen rund um den Italsider, heute ILVA, rot. Atmen konnte man fast gar nicht. Ich hatte auf dem Stück von der Autobahn bis zur Ponte Pietra (Nähe Bahnhof) ein feuchtes Tuch vor der Nase.

Im Laufe der Jahre wurde es besser. Die Farbe blieb, es stank weniger, und es hatte den Anschein, als würde das Umweltbewusstsein wachsen.

Es hatte den Anschein. Mehr nicht. Der Gestank, also die riechbaren giftigen Dämpfe, gingen nachts über der Stadt nieder. Die giftigen, die man nicht riecht... wer nahm darauf schon Rücksicht?

In einem Vortrag und in einer Erzählung habe ich geschrieben - Papili hat mich zitiert -, dass das Werk Brot und Tod der Stadt ist. Es zu schließen, bringt viele Menschen in die Arbeitslosigkeit und an die Armutsgrenze und darüber hinaus. Es in Aktion zu lassen, bringt über viele Menschen die Verzweiflung durch Krankheiten - und die Kosten dafür bringen sie ebenfalls an ihre Grenzen.

Dass die italienischen Arbeiter in Brandenburg schweigen oder alles herunterspielen, ist in meinen Augen ein Akt der Verzweiflung.

Es ist einfach nur traurig und zum Verzweifeln.

Lanonna
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doch die Schalen, die dort liegen, sind gewöhnlich alle leer.
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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von Marea » Donnerstag, 06.12.2012, 19:47

lanonna hat geschrieben:Ondina, das Problem dieser Arbeiter ist, dass sie eben auf ihre Abeit angewiesen sind.
Auf eine Arbeit angewiesen zu sein muss aber nicht zwingend bedeuten, die negativen Aspekte dieser Arbeit zu ignorieren.
Im Gegenteil, dann muss man halt auch mal protestieren... etwas gegen die Missstände tun, anstatt immer nur wegzusehen und sich damit rauszureden, dass man ja keine andere Möglichkeit hat.
Warum ist denn der Süden Italiens in dieser Misere? Weil man weggesehen hat, weil diejenigen, die den Mund aufgemacht haben, umgelegt oder verjagt wurden, weil man immer weitergemacht hat mit dem Verdrängen, dem Wegsehen und dem sinnlosen Gejammere hinter vorgehaltener Hand.

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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von BO » Donnerstag, 06.12.2012, 21:49

lanonna hat geschrieben: In einem Vortrag und in einer Erzählung habe ich geschrieben - Papili hat mich zitiert -, dass das Werk Brot und Tod der Stadt ist. Es zu schließen, bringt viele Menschen in die Arbeitslosigkeit und an die Armutsgrenze und darüber hinaus. Es in Aktion zu lassen, bringt über viele Menschen die Verzweiflung durch Krankheiten - und die Kosten dafür bringen sie ebenfalls an ihre Grenzen.
Wenn alle so denken würden, hätten wir heute noch die gleichen Zustände, wie zu Zeiten der industriellen Revolution. Aber in der Zwischenzeit hat sich zum Glück einiges geändert..... gewisse Dinge werden nicht mehr akzeptiert, können nicht mehr akzeptiert werden. Es gibt so etwas wie Gewerkschaften, Arbeitnehmerschutz, Umweltschutz, Aufsichtsbehörden und vieles mehr.
Es ist klar, dass die Arbeitgeber Profit machen wollen. Das ist überall in der Welt so. Sie sind ja nicht die Caritas. Wenn sie daran gehindert werden, drohen sie mit Entlassungen, Schließungen, Verlegungen. Das ist nichts neues. Ich behaupte also, dass die zuständigen Behörden, einschließlich der italienische Staat (der diese Pestbude ja an ein Privatunternehmen verkauft hat), rechtzeitig hätten einschreiten müssen.
Sie haben es nicht getan .... also bezahlt jetzt die Allgemeinheit für diese Fehler. Auch das ist nichts neues.
lanonna hat geschrieben:Dass die italienischen Arbeiter in Brandenburg schweigen oder alles herunterspielen, ist in meinen Augen ein Akt der Verzweiflung.
Das sehe ich anders: Für mich ist das genau das Gegenteil von Solidarität nämlich menefregismo.
lanonna hat geschrieben:Es ist einfach nur traurig und zum Verzweifeln.
Es ist weder traurig noch zum Verzweifeln, sondern das Ergebnis von unverantwortlichen Handlungen der Vergangenheit.
lanonna hat geschrieben:Taranto hat es wahrlich nicht verdient, nun auch noch auf diese Weise missachtet zu werden.
Entschuldige, bitte Lanonna, aber so einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Wenn jemand Taranto missachtet hat, dann waren es die Personen, die schon viel früher hätten einschreiten müssen, es aber nicht getan haben.
Non ho mai avuto la pretesa né la presunzione che qualcuno debba avere la mia stessa opinione (H.Z.)

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Re: Monti rettet Skandal-Stahlwerk

Beitrag von BO » Donnerstag, 06.12.2012, 21:53

Müüsli hat geschrieben:Bo, die Frage von Marea war genauso unnötig wie Dein Kommentar.
Da du mich direkt ansprichst, möchte ich dir auch direkt antworten, Müüsli.
Nein, Mareas Frage fand ich nicht unnötig. Ein vernünftige Antwort hätte mich schon interessiert (però mi è già passata la voglia)....
Nein, mein Kommentar war für mich nicht unnötig, sonst hätte ich ihn ja nicht gemacht.
Weißt Du Müüsli, Du musst es schon mir überlassen, zu entscheiden, was für mich nötig und was für mich unnötig ist.
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