Das Abbrennen von Stoppelfeldern und von Brachland mit trockenem Gras, Gestrüpp und Disteln ist nicht nur tödlich für Käfer und Spinnen, Eidechsen und Schlangen, bodenbrütende Vogel und viele andere Tiere, sondern verbrennt auch die ohnehin meist dünne Humusschicht. An Hängen fehlen die tiefer wurzelnde Pflanzendecke, die mit ihren Wurzeln den Boden vor Austrocknung und Abschwemmung schützen., Sträucher und Bäume, deren Blätterdach für Schatten sorgt und damit der Ausdörrung des Bodens entgegenwirkt.
Hirten und Bauern sind vielfach immer noch vom Nutzen des Feuers überzeugt, weil auf den abgebrannten Flächen nach den ersten reichlichen Regenfällen Ende August, Anfang September reichlich Grünes sprießt, an dem sich Ziegen und Schafe erfreuen. So wurde das immer gemacht, seit Generationen. Nur irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, wo aus kargen Feldern und Berghängen Staub- und Steinwüsten werden. Kleinere Gebiete Süditaliens sind das schon. In den nächsten 50 Jahren sind große Flächen, in Sardinien, Sizilien und Apulien bis zu 25 Prozent bedroht, Wüste zu werden. Ähnlich wie die Kornkammern des römischen Reiches in Nordafrika, die heute Wüste sind. Die publizierten Forschungsarbeiten des Umweltministeriums
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Bauland: Auf Flächen, die durch Brandstiftung verbrannt sind, gilt nach dem Gesetz für 10 Jahre Bauverbot. Für die Durchsetzung dieses sehr klaren Gesetzes sind die Gemeinden zuständig. Und dort gibt es jede Menge Bekanntschaften, Interessengemeinschaften und Kriminelleres.
Dort wo ich mehrere Monate im Jahr lebe und arbeite, in Cirella (CS) wird wie wild auf Flächen gebaut, wo es in den letzten 10 Jahren fast jedes Jahr gebrannt hat.
Die Ausrüstung und die personelle Ausstattung der Feuerwehr sind mehr als bescheiden und die Einsatzgebiete sind riesig, die Anfahrtswege lang, in Calabrien in den Bergregionen der Nationalparks Pollino, Sila und Aspromonte oft mehr als 2 Stunden. Sofern nicht gerade an anderer Stelle gelöscht wird. Noch schlechter sind die Forstämter ausgestattet. 2-3 Forestali sind für mehrere Gemeinden zuständig, haben im Idealfall einen Panda 4x4. Und ganz gelegentlich ein eigenes Löschfahrzeug wie in Sant'Agata d'Esaro (CS), wo ein geländegängiger Tanklöschwagen aus der Zeit um 1975 Dienst tut.
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