中国 e molto altro

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lanonna
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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von lanonna » Donnerstag, 06.01.2011, 17:57

Das adäquate Wort auf Deutsch darf ich leider nicht sagen. Hat meine Mami verboten! :zwinker:

Lanonna :D :D :flag:
Freunde wirst du viele lieben, wie es Muscheln gibt am Meer,
doch die Schalen, die dort liegen, sind gewöhnlich alle leer.
Autor unbekannt

j.l.
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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von j.l. » Donnerstag, 06.01.2011, 21:01

Den Deutschen geht es gewiss nicht schlecht. Man jammert auf höchstem Niveau. Aber auch den Italienern geht es längst nicht so schlecht oder um so vieles schlechter, wie man manchmal glauben soll.
die cgil hat heute veroeffentlicht, dass im jahre 2011 circa 400.000 kurzarbeiter (cassa d'integrazione ordinaria e in deroga) von der kurzarbeit mit lohnausgleich in die arbeitslosigkeit wechseln werden. die kommen zu den 2.000.000 arbeitslosen dazu und zu den vielen, die nicht in der arbeitslosenstatistik unterkommen und deshalb vom staat ueberhaupt keine unterstuetzung bekommen.
noch ein gedanke: sollte italien aus dem euro ausscheiden muessen, was wenig wahrscheinlich aber moeglich ist, wuerde die neue lira sofort um etwa 30% abwerten, der resteuro wahrscheinlich noch zulegen. der heutige italienische standartlohn von 1000€ waere mit einem schlag nur mehr hoechstens 700€ wert. im vergleich zu deutschland wohl nur mehr ein hungerlohn.

j.l.
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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von j.l. » Donnerstag, 06.01.2011, 21:22

Was meinst Du jl? Eröffnen wir eine neue Rubrik?: "Der italienische Fußball überträgt bald in chinesisch?"
nein, fussball interessiert mich nicht.
china hat heute mia euro im ausmass einer manovra fiscale italiana an eurobond und an italienischen bot gekauft. es ist nur mehr eine frage der zeit, wann der erste sportclub in auslaendische, vieleicht auch chinesische haende gelangt. ich halte jedenfalls die daumen fuer inter.
J.l verursacht hier eine faktenlose Polemik über ein paar Chinesen im Norden, die illegal Kleidung herstellen.
die chinesen sind im norden im zentrum und im sueden italiens, sie liegen nicht, oft gezwungenermassen, auf dem vom sozialamt bezahlten deutschem sofa, sie sind sklaven, die unsere industrie vernichten, wenige von ihnen kaufen dann mit dem illegal erworbenen reichtum unsere staatschuldverschreibungen. wir alle werden, auch sandro, neretino und lanonna schuldner den chinesen gegenueber. die frage ist: wollen wir das denn eigentlich? ich nicht!

j.l.
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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von j.l. » Sonntag, 09.01.2011, 10:44

carissimi neretino e sandro

Artikel (SüdtirolNews):
http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2 ... ischen-jug...

ist es bei dieser jugendarbeitslosigkeit, fast 30% in italien, in manchen regionen bis zu 40% ueberhaupt noch sinnvoll zu fragen, welche zukunft italien hat. diese statistiken erfassen noch nicht einmal diejenigen jugendlichen, die noch nie gearbeitet haben, und jene, die nur fuer wenige tage im jahr arbeit hatten. es ist leicht von deutschland oder der schweiz aus positiv ueber eure "heimat" zu schreiben. auf die gefahr hin, dass ich mich wiederhole: mit vollen hosen ist leicht stinken.

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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von Neretino » Samstag, 15.01.2011, 19:36

j.l., ich musste heute an dich denken!!

Als Mitarbeiter in einem MB-Autohaus (wie man vielleicht schon mitbekommen hat...) fahre ich natürlich auch Mercedes. Günstig geleast als Dienstwagen.

Vor gut 3 Wochen habe ich meinen Geländewagen mit 340 PS (bitte ich möchte nicht angeben, es ist faktisch wichtig für meine Erzählung) abgebeben. Wir haben entschieden, dass wir den Wagen als Gebrauchter in unserem Haus verkaufen...

Viele anfragen, das typische blablabla.. Heute kam ein Chinese aus Brüssel zu uns und hat mehr oder weniger bar "meinen" Ex- GL bezahlt. Überführungskennzeichen drauf und weg damit.

Im Gespräch mit ihm (er konnte gut deutsch) kam heraus, dass er vor 30 Jahren nach Belgien gekommen ist, in einer Baracke illegal gewohnt hat. Danach hat er in einem franz. Restaurant gearbeitet und irgendwann mal hat er sich selbstständig in Belgien gemacht und heute besitzt er in Belgien und Frankreich insgesamt 5 Restaurants; unter anderem hat eines diese Saison vom Michellin ein Stern bekommen.

Er sah "korrekt" aus, ich habe es ihm gegönnt, alles war super. Vom Tellerwäscher zum Millionär als Chinese. Ehrlich. Das finde ich gut!

Und ich darf mit meinem Cabrio jetzt in den Sommer 2011 durchstarten juhuuu! :flag: :flag: :flag: :flag: :flag: :flag: :flag: :flag: :flag:

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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von j.l. » Samstag, 15.01.2011, 21:05

@ neretino
Und ich darf mit meinem Cabrio jetzt in den Sommer 2011 durchstarten juhuuu
das freut mich aber fuer dich!
dieser chinese war englischer staatsbuerger aus honkong oder taiwanese oder aber ist aus chinesischen diktatur gefluechtet (ich persoenlich habe einen tienamenfluechtling kennengelernt, der einer der ersten bei uns war, der chinesische textilien importiert hatte, seine kinder haben in italien studiert und sind integriert). auf jeden fall ist dein chinese ein einzelfall, der mit dem phaenomen, das zur zeit in europa, ganz besonders aber in italien stattfindet, nicht das geringste zu tun hat. in unserer stadt gibt es an die 4.000 chinesische firmen. von 320 firmen, die im jahre 2010 kontrolliert worden sind, wurden 145 "sequestrato", aus welchen gruenden auch immer, hauptsaechlich aber wegen beschaeftigung von illegalen. fuer die chinesischen einwanderer heute gibt es keinen grund aus china auszuwandern, ausser den, sich wirtschaftlich zu verbessern, bzw. dem zwang der einkindfamilie auszuweichen.
den heutigen chinesischen einwanderern geht es einzig und allein darum, geld zu machen, integration ist ihnen vollkommen egal. "le associazioni cinesi ed il console cinese non si sono mai visti in occasione dei controlli", nur bei historischen umzuegen beklagen sie sich, weil sie nicht eingeladen werden ( im mittelalter gab es ja schon so viele chinesen bei uns).

j.l.
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Re: 中国 e molto altro

Beitrag von j.l. » Dienstag, 18.01.2011, 21:20

nach auskunft eines serben gibt es nun auch in seinem heimatland eine chinesische minderheit, die billiger als seine landsleute produziert und diese waren in ihren geschaeften verkauft. er selbst lebt in oesterreich, seine kinder haben in oesterreich studiert und sind integriert.das einzige problem, das er fuer sich sieht, ist, dass die vielen ostdeutschen gastarbeiter ihm vielleicht die arbeit stehlen koennten.
ein bekannter hat mir dagegen von seinem sohn erzaehlt, der mit 30 jahren als studierter archeologe keine chance hat, einen stabilen adaequaten arbeitsplatz in italien zu finden. nach vielen vergeblichen versuchen hat er jetzt beschlossen, eine pizzeria aufzumachen. das gleiche kann jeder indische, pakistanische oder chinesische einwanderer ohne italienischkenntnisse auch machen, ohne irgend eine schule besucht zu haben.
wieviel geld wird da eigentlich verschwendet, sollte man da nicht gleich die massenuniversitaet abschaffen?

die verantwortlichen haben offensichtlich wohl vergessen, dass wenn die industrie und das produzierende gewerbe verschwinden, wohl auch viele dienstleistungsarbeitsplaetze mitverschwinden (ragionieri, periti, geometri usw.). italien wird dabei wieder zu einem auswanderungsland fuer gutausgebildete und immer mehr zu einem einwanderungsland fuer arbeitssklaven.

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